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BON JOVI

„Die entscheidende Frage lautet doch: Verspürt man noch genügend Motivation, oder muss man irgendwann doch die Flinte ins Korn werfen?“ Das ist eine Frage, die Jon Bon Jovi sich gestellt hat, und natürlich ist es wichtig, darüber nachzudenken. Schließlich wird man sich ohne weiteres ausmalen können, dass jemand, dessen Band im Verlauf einer inzwischen 26-jährigen Karriere über 120 Millionen Platten verkauft hat und vor Zigmillionen Fans aufgetreten ist, irgendwann an den Punkt gelangt, wo es ihm vollkommen genügt, sich einfach nur auf seinen Lorbeeren auszuruhen – zumindest vorübergehend. Das könnte man, wie gesagt, meinen, doch wer so denkt, liegt daneben, und The Circle, das neue Album von Bon Jovi, ist der unwiderlegbare Beweis dafür: Wie bereits im Titel angedeutet, markiert The Circle eine eindrucksvolle Rückkehr zum harten, eingängigen Rock’n’roll, für den der Name Bon Jovi seit dem Beginn ihrer Karriere steht. Das Fundament der Band ist nach wie vor eine Freundschaft, die enger nicht sein könnte und ihren Sound entscheidend prägt. Sie sind und bleiben ein geschlossener Kreis von Musikern.





EMINEM

Ist er nun Amerikas Alptraum, ein neuer Elvis Presley oder einfach nur ein verdammt guter Rapper? Es treffen wohl die meisten Urteile über Eminem irgendwie zu. Der Hollywood'schen Selbstinszenierung seiner Persönlichkeit sei Dank. Wie einst Elvis den Rock'n'Roll entreiße Eminem den Afroamerikanern ihre Hip Hop-Kultur. Zwar drängelt er sich schon sehr offensiv in den Mittelpunkt, doch vor ihm hatte auch noch nie ein so talentierter Weißer zum Mikrofon gegriffen. Weder Vanilla Ice, noch Fred Durst, die Beastie Boys oder Everlast  können ihn das Wasser reichen. Klasse kennt eben keine Rasse. Gewiss aber treffen Eminems böse und vielschichtigen Provokationen ihre Ziele mindestens ebenso hart und genau wie Elvis' Hüftschwung den Otto-Moral-Verbraucher der frühen sechziger Jahre.





JOE COCKER

Er ist einer der ganz Großen im Musikgeschäft seit über 40 Jahren. Er hat 21 Studio- und 4 Live-Alben veröffentlicht. Seine unverwechselbare bluesig-soulige Stimme ist ein musikalisches Markenzeichen. Er hat Millionen Platten verkauft und viele, viele Hitsingles weltweit. Er wurde mit dem Grammy, Golden Globe und Oscar ausgezeichnet, ja sogar mit dem OBE („Order Of The British Empire“). Ohne Zweifel – Joe Cocker ist nicht nur eine wahre Musiklegende, sondern auch einer der erfolgreichsten und populärsten Sänger der letzten 4 Jahrzehnte.

Aber trotz der vielen Auszeichnungen und Millionen verkaufter Einheiten, sympathisiert Cocker immer noch mit denjenigen, die nicht so viel Glück hatten wie er, mit den Außenseitern und den Underdogs. Es ist also keine Überraschung, wenn er – befragt zu seiner Meinung zu TV Wettbewerben wie „American Idol“ (einer Show bei der er zweimal, einmal in Frankreich, einmal in den USA, aufgetreten ist) - nicht gerade unglücklich ist, dass diese Formate noch nicht existierten als er ein junger Musiker war. „Wenn man an all die Verlierer denkt, die im Nirgendwo verschwinden“, überlegt er, „für mich wäre es vermutlich sehr viel desillusionierender gewesen, wenn ich an so was teilgenommen und verloren hätte als in den Pubs zu arbeiten und so dann weiterzukommen.“ Es ist zwar schwer zu glauben, aber dieser Mann, trotz seines Status als Ikone für Generationen von Musikfans genauso wie Musikern, sieht sich selbst noch immer nicht als Gewinner.

 

Sein neues Album, das erste für das Sony Music Label Columbia Records, heißt „Hard Knocks“. „Ich hab vermutlich mehr Zeit auf den Straßen verbracht als in der Schule“, erklärt der 66-jährige Brite. „Fans, die mich seit damals kennen, werden den Albumtitel wahrscheinlich verstehen.“ Aber trotz der Härte und rauen Atmosphäre, die diese Aussage andeutet, brauchen Cocker-Fans, die mehr als 3 Jahre auf neues Material warten mussten, sich nicht zu sorgen, dass das Album nun auch eine härtere Gangart einschlägt, ganz weit davon entfernt. „Hard Knocks“ ist mehr Pop als viele seiner Veröffentlichung in den letzten Jahren, besondern als sein letztes Album. „Mit Ethan Jones, den ich liebe und mit dem ich „Hymn For my Soul“ 2007 gemacht habe, war es fast wie ein „Demoband“ aufzunehmen. Wir verwendeten keine Elektronik und keine special effects“, erklärt Cocker.

 

Die 10 neuen Songs auf „Hard Knocks“ wurden mit Matt Serletic als Produzent aufgenommen. Es ist die erste Kollaboration der beiden. Der Kalifornier wurde erstmals bekannt Mitte der Neunziger als er mit der Alternative Rockband Collective Soul arbeitete. Später produzierte er Alben für Matchbox Twenty, Rob Thomas, Blessid Union Of Souls und Carlos Santana. „Ich hatte einige Produzenten getroffen zu der Zeit als ich auch Matt traf“, sagt Cocker. „Wir haben in seinem Studio geplaudert. Ich sagte, dass ich eine moderne Platte machen will, aber nicht zu modern. Ich weiß, ich muss gegen 25-jährige Kids antreten hier, aber ich bin nicht Green Day oder all die anderen. Und bei ihm hatte ich das Gefühl, dass wir ein bisschen was anderes gemeinsam machen könnten.“

Die Aufnahmen fanden in Serletic’s eigenem Emblem Studio in Los Angeles statt, mit dabei eine Reihe namhafter Musiker wie Ray Parker Jr., Tim Pierce und Joel Shearer an der Gitarre, Josh Freese, Matt Chamberlain und Dorian Crozier am Schlagzeug, Chris Chaney am Bass und Jamie Muhoberac am Keyboard. Das Mixing übernahm Chris Lord-Alge, das Mastering Bob Ludwig.

 

Ein weiterer Produzent, mit dem Cocker arbeitete, war niemand geringerer als die Nashville-Legende Tony Brown, der einst für Elvis Presley Klavier spielte. „Lustigerweise haben wir den selben Steuerberater“ erklärt Cocker die Verbindung. „Tony Brown ist ein echter Typ. Eigentlich hatten wir noch eine andere Nummer, aber sie passte nicht zu dem Album wie ich es haben wollte.“ Der Song, der es schließlich schaffte, ist auch die einzige Coverversion auf der Platte, der Dixie Chicks-Song „I Hope“ (von deren 2006er Album „Taking The Long Way“). Für einen Sänger, der bekannt ist dafür Nummern anderer Künstler mit seinem einzigartigen Stil und ganz eigenen Interpretationen neu zu definieren, mag die Menge an brandneuen Songs für langjährige Fans überraschend sein. „Früher bekam ich oft harte Kritik für meine vielen Covers, vor allem von jüngeren Leuten und den Medien“, erinnert er sich. „Und während dieser Produktion sagte jeder: „Joe, du weißt, die Leute werden einige Coverversionen erwarten“ und an einem Punkt dachten wir darüber nach ein Duett mit Joss Stone aufzunehmen. Ich würde wirklich gern mit ihr singen, aber aus irgendeinem Grund fanden wir nie den richtigen Song. Aber als ich die 10 Lieder geliefert hatte, waren sie glücklich und ich dachte nur: „Hier ändert sich etwas“. “

 

Anders als andere Bands oder Musiker, die regelmäßig ihr letztes Album als das beste bisher präsentieren, glaubt Joe Cocker nicht an den „next level shit“-Hype, er lässt lieber die Käufer entscheiden wo „Hard Knocks“ im Vergleich zu seinen anderen Werken anzusiedeln ist. „Es ist eben mein 21. Album in etwas mehr als 40 Jahren. Das klingt nicht so viel“, sinniert er. „Ich warte bis ich das Feedback der Leute bekomme. Ich habe es ihnen noch nicht mal vorgespielt.“ Der Sänger wird seine Neugier noch bis mindestens Oktober zurückhalten müssen. Dann wird nicht nur das neue Album veröffentlicht, sondern er startet auch seine erste Europa-Tournee seit 2007.

 

Live zu spielen war immer ein elementarer Bestandteil seines Jobs und Joe Cocker hatte und hat daran immer noch unglaubliche Freude. Zum ersten Mal wird er die neuen Songs von „Hard Knocks“ live präsentieren, aber nicht nur das, er hat auch eine weitere kleine Überraschung für seine Fans vorbereitet. „Es gibt einige Songs, die ziemlich erfolgreich waren, aber nie bei meinen Live-Shows vorkamen“, erklärt er. „Natürlich spielen wir immer „You Can Leave Your Hat On“ und „Unchain My Heart“, aber jetzt möchte ich gern eine kleine Montage in der Mitte der Show machen, die alte Songs wie „Simple Things“ und „Tonight“ beinhaltet.“






M.I.A.

In London geboren, auf Sri Lanka die Kindheit verbracht, wieder in London in den Clubs erwachsen geworden und bereits mit Anfang zwanzig ein unstreitbares Talent, auf das die weltweite Musikszene sämtliche Augen geworfen hat: Das ist kein Märchen, sondern die Geschichte der Maya Arulpragasam. Nach ihrem zweiten Album verkündet Maya bei einem Auftritt im Juni 2008 auf einem Festival in Tennessee ihren Rücktritt vom Bühnendasein: "Thanks for coming to my last gig." Aus ihren anfänglichen Plänen, die neugewonnene Freizeit in eine Filmkarriere zu investieren, wird jedoch nichts. Der Song "Paper Planes" wird zum Riesenhit, weshalb die Britin beschließt, ihren unbefristeten Urlaub vom Musikbusiness abzubrechen und sich ans Songwriting für ihr drittes Album "Maya" zu machen das im Juli 2010 erschienen ist.





PAUL McCARTNEY

Der britische Sänger, Musiker, Songwriter und Produzent war neben John Lennon die zentrale Figur der Band "The Beatles". Paul McCartney zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der internationalen Pop-Musik. Nach der Auflösung der "Beatles" startete er eine äußerst erfolgreiche Solo-Karriere, in der er mit den bedeutendsten Preisen der Musikbranche bedacht wurde. Paul McCartney wurde 1997 von Queen Elizabeth II. in den Ritterstand erhoben und trägt seither den Titel "Sir". Zu seinen populärsten Solo-Stücken zählen "Ebony and Ivory", "Say Say Say" und "No more lonely nights"...





PRINCE

Der US-Sänger, Musiker, Produzent und Multiinstrumentalist Prince absolvierte in den 80er und 90er Jahren eine in der Musik-Geschichte beeindruckende und bis heute einzigartige Karriere. Er gilt als einmalige Erscheinung im Pop-Business. Prince polarisierte mit seinem Umgang mit Sex, drehte Filme und verkaufte Millionen von Tonträgern. Er verband Rock, Funk, Soul, Pop, R&B, Blues und Jazz wie kein Künstler vor ihm, ist das Multitalent schlechthin. Er wurde mit den renommiertesten Preisen der Branche bedacht, darunter mit mehreren Grammys und Brit Awards sowie einem Oscar. Mit Titeln wie When Doves Cry", "Purple Rain", "Kiss", "Thunder", "Cream", „U Got The Look“, “Raspberry Beret”,” Sign o’ the Times”, “Alphabet ST.”, “1999”, “Let’s Go Crazy”, “U Got the Look”, “Sexy Motherf****r”, “Diamonds And Pearls”, und vielen mehr ging er in die Musikgeschichte ein. Und das im Zusammenhang mit Prince Superlative Normalität sind, zeigt die Tatsache, dass die vom August bis September 2007 stattgefundenen 21 Konzerte in der Londoner O2-Arena nicht nur allesamt restlos ausverkauft waren, sondern die ersten 140.000 Tickets für alle Shows innerhalb von nur 20 Minuten verkauft waren - ein Rekord für die Ewigkeit!





RADIOHEAD

Gegen Regeln des Musikbusiness haben Radiohead im Laufe ihrer Karriere bereits oft verstoßen. Am bis dato eindrucksvollsten 2000, dem Erscheinungsjahr ihres vierten Albums „Kid A“. Mit diesem brach die Band um Mastermind Thom Yorke nicht nur mit allen Hörgewohnheiten, sondern auch mit den Gepflogenheiten der Musikbranche. Anstatt das so großartige wie komplexe Album zu promoten, zogen sich die fünf Briten vollkommen zurück. Sie gaben weder Interviews noch veröffentlichten sie eine Single, geschweige denn ein Musikvideo.

Im Oktober 2007 betraten sie mit dem Release von „In Rainbows“ erneut Pfade jenseits der herkömmlichen Musikvermarktung. Ohne ein Label im Rücken stellten sie die Tracks des Albums auf ihrer Seite zum Download bereit. Über den Preis ließen sie dabei den geneigten Musikfan selbst entscheiden. Ihren endgültigen Abschied aus dem Musikbusiness sollte diese bisher einzigartige Aktion jedoch nicht bedeuten: Mit Jahreswechsel 2007/2008 erschien ihr nunmehr siebter Longplayer auch ganz regulär als CD bzw. Vinyl auf XL.

Fesselnd sowieso jede Radiohead-Show: So verschwimmen die Gestalten auf der Bühne in einem Moment in mystisch blauem Licht, im anderen erstrahlen sie in aggressivem Rot. Auch ihre Musik ist alles andere als eintönig: mal scheint es, als liege in ihr alle Last dieser Welt, mal klingt sie so unendlich sphärisch als sei sie aus reiner Luft gestrickt. Regeln kennen Radiohead eben auch bei ihren Liveshows nicht.






ZUCCHERO

Wer von italienischer Rockmusik redet, meint eigentlich Zucchero. 1955 in Roncocesi in der Provinz Regio Emilia geboren, wird Adelmo Fornaciari zu dem bekanntesten italienische Rockmusiker. Größen wie John Lee Hooker, Eric Clapton, B.B. King, Joe Cocker, Miles Davis, Elton John oder Queen arbeiten mit dem Mann zusammen, der Welthits wie "Senza Una Donna" (feat. Paul Young) oder "Diamante" (feat. Randy Crawford, beide 1991) geschrieben hat.





ZZ TOP

Diese kleine, uns wohlbekannte Band ist schon etwas ganz Außergewöhnliches. Sie hält den Weltrekord als am längsten in der Urbesetzung zusammen spielende Band und ist seit 1986, als ihnen ein gewisser George W. Bush den Titel verleiht, offizieller Held des amerikanischen Bundesstaates Texas. Bis es aber so weit ist, haben die drei schon einen langen Weg zurück gelegt, der Ende der Sechziger Jahre seinen Anfang nimmt. 2006 kündigen sie völlig überraschend und ohne Kommentar den Managementvertrag mit Bill Ham. Ein schon für 2007 angekündigtes weiteres Album erscheint vorerst nicht. Stattdessen gehen die drei wieder auf Tour und wollen auch in Europa Station machen. Kurz vor den Auftritten sagt die Band jedoch alle Dates ab, da bei Dusty ein Tumor im Innenohr festgestellt wird. Dieser stellt sich zwar als gutartig heraus, hätte jedoch seinem Gehör Schaden zufügen können. Nach erfolgreicher medizinischer Behandlung geht es zurück auf die Straße. Am 1. November 2007 spielen sie im texanischen Grand Prairie. Den Auftritt schneiden sie für eine DVD mit. 2009 zu ihrem 40-jährigen Jubiläum kamen sie mit ihrer "Double Down Live"-Tour zu einem fulminanten Konzert in die Wr. Stadthalle und wie es sich für echte Rock'n'Roller gehört, werden ZZ Top nicht müde und nehmen heuer auch noch Graz rockblues-technisch ein!